„Festa Junina“ ist eine Veranstaltung brasilianischer Einwohner in der
Gemeinde Münstermaifeld mit dem Hintergrund hilfsbedürftige Menschen in
Brasilien zu unterstützen. Der Anreiz zu dieser Veranstaltung stammt vom
Pfarrer der Stadt, Wolfgang Hermann.
Pfarrer Hermann hatte zuvor lange in Brasilien gelebt und wusste deshalb
um die Missstände in diesem Land bescheid. Seit 2002 gibt es das „Festa
Junina“ in Münstermaifeld und erfreut sich großer Beliebtheit.
Trauer um Pfarrer Wolfgang Hermann 
Pfarrer Wolfgang
Hermann hat in der Region um Münstermaifeld seine
Spuren hinterlassen. Das zeigte nicht nur die große Anteilnahme der
Bevölkerung am Gedenkgottesdienst. Auch die Mitglieder des brasilianischen
Vereins "Timbalando Brasil" haben mit Hermann einen Mitstreiter
für hilfsbedürftige Menschen verloren. MÜNSTERMAIFELD. Gut 1000 Gläubige kamen am Mittwochabend in der Stiftskirche in Münstermaifeld zusammen, um dort an einem Gedenkgottesdienst für den in Brasilien ermordeten Wolfgang Hermann teilzunehmen. "Die Betroffenheit der Menschen ist sehr groß und war auch während des Gottesdienstes deutlich zu spüren", berichtete Pfarrer Michael Hoellen. Unter den Gottesdienstbesuchern waren auch die Mitglieder der brasilianischen Tanzgruppe "Timbalando Brasil", die mit Hermann in besonderer Weise verbunden waren. So war er es, der vor fünf Jahren die Idee hatte, in Münstermaifeld Geld für die Hilfsorganisation "Maes criancas de Vera Cruz" ("Aus Kindern werden Mütter") zu sammeln. Damals war er spontan auf Rosemeire Hecken zugegangen, die Mitglied in der Tanzgruppe war, und hatte sie um Mithilfe gebeten. So wurde die "Festa Junina" ins Leben gerufen. "Dadurch, dass Pfarrer Hermann Portugiesisch konnte, konnten wir in der Stiftskirche auch eine brasilianische Messe feiern. So sind viele Brasilianer zusammengekommen, und wir haben dann für eine kurze Zeit das Gefühl gehabt, in der Heimat zu sein", erinnert sich Rosemeire Hecken. |
Die Nachricht vom Tod des Pfarrers habe alle tief
getroffen. Die Schwester von Rosemeire Hecken, die in Brasilien für die Hilfsorganisation arbeitet,
hatte aus Brasilien angerufen. Aus dem Fernsehen hatte sie von dem Mord
erfahren. "Ich war wie geschockt, konnte kaum noch meine Gedanken
sortieren", so Hecken. "Ich wollte es einfach nicht wahrhaben,
dass so ein hilfsbereiter Mensch von uns gegangen ist. Auf brutale Weise
umgebracht - ausgerechnet in dem Land, das er so sehr liebte." Hermann habe um die Gefahren in Brasilien gewusst, den Weg dorthin aber dennoch gewählt, so Hecken. Er sei in seiner Aufgabe immer aufgegangen. "Viele werden sich vielleicht sagen, er hätte nicht gehen dürfen, denn Brasilien ist ein gefährliches Land, in der Tat! Doch leider gibt es auf der Erde viele Menschen, die Unrecht tun", so die Brasilianerin. "Wir würden es gerne ungeschehen machen, doch es ist leider nicht möglich." Das Projekt "Aus Kindern werden Mütter" wird die Tanzgruppe auch in diesem Jahr wieder mit dem Erlös aus dem "Festa Junina" unterstützen. Wolfgang Hermann hatte noch vor kurzem zugesagt, extra zu dem Fest aus Brasilien anzureisen. "Jetzt wird uns Pfarrer Jacinto Weizenmann unterstützen", erklärt Hecken. Sie ist sich sicher, dass Pfarrer Hermann gewollt hätte, dass es mit der Veranstaltung weitergeht. "Er wird für immer in unseren Herzen bleiben als guter Mensch und Freund. Wir beten zu Gott, dass er seinen Frieden findet und werden mit unseren Gedanken immer beim ihm sein." Quelle: Rhein-Zeitung, April 2007 |
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